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Zweite Fahrt zu den ungarischen Schachfreunden!

12.08.2010 - 16.08.2010

Die Zahl der Ungarn-Fahrer und -Fans wächst!

Die Teilnehmer

Diejenigen, die sich spontan entschlossen hatten, wieder mit nach Ungarn zu

fahren (Jonathan, Josef und Rainer) sahen sich in ihren Erwartungen nicht

enttäuscht - sie wussten ja, wie schön es wieder werden könnte!

Rolf und Werner Grund (Peißenberg), spontane Erstteilnehmer, werden sicher

wieder mit von der Partie sein, wenn es Familie und Beruf erlauben.

Eine vorsichtigere Natur (Julius), dessen Abneigung gegen Zigarettenrauch oder

alkoholische Getränke fast größer gewesen wäre als die Bereitschaft, mit

Schachfreunden in ein schönes Land zu fahren, sah sich gewiss in seinen

Befürchtungen bestätigt. Aber das riesige Schnitzel, über das Julius in einem

Restaurant in Tat so schön strahlen konnte, war doch eigentlich schon die Reise

wert!

Franz wusste lange nicht, ob er mitfahren könnte: Familie (Hochzeit eines

Sohnes), berufliche Verpflichtungen oder auch der traditionelle Liebesdienst

gegenüber der Kirche (Transport von Ständen zu Mariä Himmelfahrt), mussten

bedacht werden. Aber was wäre so eine Fahrt ohne den Ersten Vorsitzenden als

Motor, Kommunikations- und Stimmwunder? Danke Franz!

 

Wie schön, dass es Franz gelang, einen Spitzenspieler aus unserer ersten

Mannschaft, Dieter Pilz (Gnadenwald bei Innsbruck), zur Teilnahme zu

überreden. Keine leichte Aufgabe, denn Dieter pflegt oft zu anderen Zeiten zu

schlafen und zu wachen als der Rest der Menschheit. Zum Glück ist Dieter

jedoch am Schachbrett stets äußerst wach und präsent – aber dazu später.....

 

Senior Klaus Löffler trat die weite Reise, wie es so seine Weise ist, nach

reiflicher Überlegung an. In seiner ruhigen und freundlichen Art war er der

ruhende Pol der Gruppe, den nur eine Karpfensuppe (kurzfristig) erschüttern

konnte.

All diejenigen, die sich nicht entschließen konnten, mitzufahren - obwohl es

möglich gewesen wäre – kann man nur bedauern. Neben vielen anderen Dingen

versäumten sie in diesem Jahr vier wunderschöne Sonnentage, während sich

Bayern unter Regengüssen duckte und zitterte............. und - jetzt kommt´s -

Vereine, in denen ausschließlich Mannschaftskämpfe durchgeführt werden, sind

eigentlich traurige Orte ohne (Vereins)Leben!

Die Teilnehmer als Schachspieler

Natürlich waren wir alle auf die zwei freundschaftlichen Treffen mit den

ungarischen Schachfreunden gespannt. Während letztes Jahr wir von der

Teilnehmerzahl her etwas schwächelten und unsere Punktausbeute eher den

Charakter eines Gastgeschenks hatte, waren es dieses Jahr die Ungarn, die nur

eine begrenztere Anzahl von Spielern mobilisieren konnten.

Aber zwei schöne Blitzturniere mit ca. 18 Teilnehmern kamen allemal zustande.

Und die Spitzenspieler des ungarischen Vereins waren nahezu vollständig

vertreten.

Da gab es für unsere nominell schwächeren Spieler (Rainer, Klaus, Franz und

Rolf) eher wenig zu bestellen.

Überraschend gut schlug sich jedoch die Jugend (Julius und Jonathan) –

Jonathan bei beiden Vergleichen, Julius bei einem (9 Punkte!).

Der gute Josef musste tüchtig Lehrgeld zahlen und hielt sich eher an den

eigenen Vereinskameraden schadlos.

Vielleicht sollte man den freien Zugang zu Pauls Kühlschrank etwas einschränken.

 

Franz leitete den ersten Vergleich, beim zweiten spielte er mit, war aber „nicht

so gut drauf“. Immerhin schlug er „den Ferenc“, einen der besten Ungarn!

„Pfundi“ (Werner Grund) spielte wie immer zuverlässig und machte seine

Punkte.

Und Paul spielte zeitweise in der Spitze mit, musste aber dem heftigen

Programm, das er in den letzten Tagen um die Ohren hatte (z.B. auch einen

Umzug) etwas Tribut zollen.

 

Ein kleiner Schock für die Ungarn war dann sicher unsere „ Geheimwaffe

Dieter“, der wie immer gebeugt und knorrig tirolerisch daherkam und die

Gegner bestimmt auch durch das wallende (frisch gefönte) Haupthaar und einige

modische Accessoires zu beeindrucken wusste

„I hob im Internet aa schonn Großmeister im Blitz gschlogn“ - das ließ

aufhorchen. Außerdem steht Dieter ja nicht umsonst an der Schwelle zum

internationalen Meistertitel!

Und dann flogen auch schon die Fetzen. Im ersten Vergleich nur eine Partie

verloren, im zweiten nur zwei Remis abgegeben. Zweimaliger Sieger: Dieter

Pilz, Österreich!

 

Die Ungarn trugen es mit Fassung. Unser Verein hatte für die ersten Vier der

beiden Turniere kleine Geldpreise gestiftet. Die Preise für seine ersten Plätze

stellte Dieter großzügig zur Verfügung und so kamen zweimal 4 Ungarn in die

Preisränge. Die Freude über die beiden Siege stand jedoch nicht zur Disposition

und war dem großzügigen Dieter ins Gesicht geschrieben.........

Die Teilnehmer als Gäste und Touristen

Zum Glück durften die Weilheimer Land und Leute aus einer Perspektive

kennen lernen, die Touristen meist verwehrt bleibt. Schließlich genossen sie

eine Rundumbetreuung durch „unseren“ Paul und seine Ilona.

Treffpunkt und stetes Zentrum waren erneut Garten und Terrasse der Szabos in

Tat, wo es sich auch so wunderbar Schach spielen lässt.

Wer schon einmal im ehemaligen Ostblock bei Freunden zu Gast war weiß, was

Gastfreundschaft bedeutet: an Freundschaft, Essen und Trinken, darf es zu

keiner Zeit mangeln.

Wenn der Gast nicht isst oder trinkt, macht er sich verdächtig („Was ist los mit

Dir, schmeckt´s Dir nicht?“) und wird mit Engelszungen zu erneutem Genuss

überredet. Und wer könnte Pauls hübscher Frau Ilona schon einen Wunsch

abschlagen, auch wenn es sich natürlich nur um die Aufforderung handelte,

noch etwas zu essen oder zu trinken!?

So saßen wir dann, gleich am ersten Abend, kaum waren wir angekommen, bei

untergehender Sonne an einem wunderbar lauen Sommerabend, im Kreise von

Pauls Familie, Freunden und Nachbarn an einer langen Tafel.. Der große Kessel

mit dem Gulasch, das schon die ganze Zeit im Garten über einem Feuer

geköchelt hatte, wurde praktischerweise auf einen Schubkarren geladen und das

Gulasch direkt am Tisch serviert. Wasser; Wein und Bier flossen auch noch,

nachdem der Durst eigentlich schon gestillt war. Und zu guter Letzt gab es noch

Köstlichkeiten, die Pauls Schwiegermutter gebacken hatte. (Wohl dem, der eine

solche Schwiegermutter hat!) Wer wollte, blieb schließlich am Tisch sitzen oder

er begab sich in den Garten, wo Schach gespielt wurde.

 

Am nächsten Morgen ging es zu einer ersten Erkundung und zum Geldwechseln

ins nahe Esztergom. Ein Besuch des Marktes ist da Pflicht, zumal Michi

Drexler, der Motor des ungarischen Schachvereins, dort Lederwaren verkauft.

Wohl in der Annahme, es gäbe gewiss nicht so lange Gürtel zu kaufen, traten

unsere zwei beleibtesten und schwersten Mitglieder an seinen Stand.

Letztendlich wurden die Gürtel noch gekürzt! 1:0 für Ungarn.

 

Nach dem ersten Schachvergleich fuhren wir am zweiten Abend zu einem

Dorffest in der Nähe von Tat. Es fand hoch über dem Dorf auf einem

wunderschönen ebenen Platz statt, der zur Hälfte von bewaldeten Höhen

umgeben war. Ein Wetterleuchten unter düsteren Wolken trugen zur Magie des

Ortes bei. Zu später Stunde entlud sich dann ein Gewitter, das all diejenigen ins

große Musikzelt trieb, die lieber draußen vor den zahlreichen Ständen gesessen

hatten.

Die Musik, die ja immer geschmäcklerischen Diskussionen unterliegt, war

bemerkenswert gut! Bewegungstalente wie Ilona, Paul, Rolf oder Tanzprofi

Jonathan hatten ausreichend Zeit, Zuschauer zu verblüffen.

Während der eine, vor neugierigen Blicken geschützt und sich kaum vom

grünen Grase abhebend, ein kleines Nickerchen einlegte, frönten andere

verdecktem Voyeurismus.....(„Mensch, hast Du schon die Eine da drüben

gesehen?“ „Was glaubst Du, wo i scho die ganze Zeit hischau?“)

 

Am Samstag waren wir dann wie letztes Jahr bei Michi Drexler, mit dem Paul

befreundet ist, eingeladen. Wer gemeint hatte, er könnte vielleicht an diesem

Abend etwas kürzer treten, hatte sich getäuscht. Zu gut war das Essen, und wer

den von Michi selbst angebauten Wein oder seinen selbstgebrannten Schnaps

nicht probiert hätte, der wäre seinen Pflichten als Gast nicht nachgekommen.

Antialkoholiker ließ man allerdings ihr Hobby pflegen, und Rolf wurde erlaubt,

nicht zu probieren - denn er wusste gekonnt, einen Autofahrer zu simulieren

(Drehen eines imaginären Steuerrades), was dann doch auf Verständnis stieß. In

Ungarn gelten für Autofahrer schließlich 0,0 Promille!

Als Nachtisch hatte dann Michis Frau vier(!) verschiedene Sorten von Kuchen

gebacken. Natürlich musste man alle durchprobieren und natürlich fand ein

jeder mindestens eine Sorte, die so ganz besonders schmeckte.............

 

Am Sonntag stand dann eine zweite Erkundung Esztergoms auf dem

Programm. Sie begann hoch über der Stadt mit der Besichtigung, der schon aus

weiter Ferne sichtbaren Basilika von Esztergom (nicht etwa „Basilikum von

Estragon“). Zwei Stunden lauschten wir den Ausführungen eines Reiseführers,

der uns bei der Führung durch die Basilika, nebst Krypta und Schatzkammer,

auch die Geschichte der Stadt erklärte, die wiederum stark mit der Geschichte

ganz Ungarns verknüpft ist – Esztergom war schließlich die erste Hauptstadt

des Landes. Und so konnte jeder Aufmerksame, sein Wissen über Stadt und

Land erweitern.......

Eine Fahrt in einem kleinen Zug durch Esztergom und über die Donau-Brücke,

hinüber in die jetzt slowakische Stadt Sturovo schloss die Besichtigung ab.

Leider blieb man nicht in Sturovo, wo man letztes Jahr doch so gut in einem

slowakischen Restaurant gegessen hatte. Ein übergewichtiger Schachspieler

wollte unbedingt unterhalb der Basilika im „neuen Keller“ essen, der sich dann

als hochpolierte und seelenlose Touristenfalle erwies.

 

Wie zum Trost und rein zufällig fand an diesem Sonntag auf dem großen

Stadtplatz von Esztergom ein Weinfest statt. Ein Paradies für Weintrinker, die

einmal etwas Neues probieren wollten! So wurden kräftig Gutscheine und ein

Weinglas eingekauft, mit dem man dann, für einen Gutschein (oder zwei), an

den verschiedenen Ständen der Weinbauern, Wein verköstigen konnte. Ein

Gutschein für ein Glas Wein kostete 100 Forint – keine 50 Cent!

Wer lieber der Musik lauschen wollte, schlenderte zur Bühne und wer Wasser,

Kaffe oder Bier dem Wein vorzog, der setzte sich vor eins der vielen Cafes.

Und schließlich ging es dann mit dem Sammeltaxi wieder zurück nach Tat in

die Pension Elisabeth. Am nächsten Tag stand ja die Heimreise auf dem

Programm..

 

Wer bei Rolf im Auto mitfahren konnte, hatte Glück. Er kam nämlich früher

nachhause als der liebe Franz, der ja bekanntermaßen einen heißen Reifen fährt.

Befreit vom lästigen Tempolimit weiserer Länder („Endlich derfmer so schnell

fara, wiamer wellet“), gab eine Zylinderkopfdichtung ihren Geist auf. Hatte der

(über?)schnelle Franz etwa (vergeblich) versucht, das doch schon betagte

Gefährt, gleich nach dem Erreichen deutschern Staatsgebiets auf über 200kmh

zu beschleunigen?

Wie dem auch sei - der Wagen musste abgeschleppt werden, während die 5

Insassen gezwungen waren, die Reise mit dem Zug fortzusetzen.

Das war dann aber auch die einzige wirkliche Panne, die sich auf der

ereignisreichen und kurzweiligen Reise ereignete – eine Reise, die wir, aber

hallo, nächstes Jahr gerne wiederholen würden – vorausgesetzt, Paul ist so

unvorsichtig, uns erneut einzuladen!

R.H.

 Hier einige Bilder vom Ungarntrip.

Franz am verblassen neben der bildhübschen Ilona (Pauls Frau)

 

Am ersten Tag wurde natürlich herrlich gespeist.

 Zuerst das Gulasch

 und dann die kleinen Leckereien von Ilonas Mutter.

 Zu später Stunde wurde auch Schach gespielt.

 Am nächsten Tag der Gürtelkauf beim Markt in Esztergom.

 Der souveräne Turniersieger Didi.

Der Spielsaal und Blitzdidi im Einsatz.

Er ist sogar schneller als die Kammera erlaubt.

Beim Dorffest ein jung gewordener Rolf mit unser Disco Queen Ilona.

Tänzer Jonathan und Ilona.

 

Das Riesenschnitzel, da lacht der Julius.

Hier sind noch ein paar Fotos vom letzten Tag in Esztergom.

Zuerst Die Basilika und der Blick von ihr auf die Donau.

Hier sind wir fast alle zusammen. Nur Dieter fehlt.

Er hat noch geschlafen! :-O

Hier sind wir beim essen in Esztergom.

Ilona scheint es nicht zu schmecken.

Ilona hat es sicher genossen 4 Tage als einzige Henne mit 10 Hähnen zu sein.

Und zum Schluß unsere lieben Gastgeber.

Ilona und Paul.

 

jh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag der Familie Weilheim 2010

Tag der Familie Weilheim 2010 etwas verregnet!

© M. Walter
Letzte Änderung: 10.08.2016